PREUSSEN WEEKEND 2015

 

 

Wie immer Anfang Juni lud auch dieses Jahr SV 2000 Berlin zum traditionellen PREUSSEN WEEKEND ein – das ist das unumstrittene Flaggschiff  hier im Norden Deutschlands, wenn es ums Grappling geht. In der Organisation arbeiten da die großen Clubs der Umgebung zu, aber den Hut hat nun schon seit Jahren Frank Glaeser auf, und wie immer lieferte er die Grundlage für ein sehr, sehr gelungenes Turnier: Vier Matten, reibungsloser Ablauf, stringente Kampfrichterleistung – alles, was dem Kämpfer die Basis zu seiner Höchstleistung bieten kann.

Auf und neben der Matte gab es einiges an Prominenz: Charlotte von Baumgarten führte ihr Team in den Wettkampf, der Supervisor der GAMMA², Bine Schmidt, war sich nicht zu schade, um eine Matte zu leiten, und ein großes Hallo gab es für den Rückkehrer Andreas Zwetzig ins Wettkampfgeschehen und natürlich für Rany Sadeeh, den amtierenden Champ der BAMMA.

Das PREUSSEN WEEKEND hat eben etwas von einem Familientreffen mit Armbar und Triangle Choke.

Angetreten waren 17 Teams von Rostock bis Dresden mit insgesamt 130 Startern im Gi und No Gi Tournament, und die ließen es ordentlich krachen. Gleich einer der ersten Kämpfe endete bereits nach 28 Sekunden, und Nils Blank (IMAG) bleib bis zum Schluss der Sprinter unter den Bodenkämpfern und sammelte so den Pokal für den schnellsten Kampf ein.

Auffällig war die hohe Leistungsdichte, und einige Teams, die man vorher vielleicht so nicht auf der Karte gehabt hatte, machten den Etablierten ordentlich Druck. Die Aserkop Do Truppe aus Rostock will da ebenso genannt werden wie das MMA Team Dresden, dass ja eher ein seltener Gast beim Grappling ist. Von den Hauptstadt-Clubs bliesen das Ringside Gym, die BJJ-Academy und der Gastgeber SV 2000 zur fröhlichen Jagd auf die IMAG, die in den letzten Jahren unangefochten den Reigen anführt, aber auch diesmal war da nichts zu machen – mit weitem Punktevorsprung landete das Team von Frank Burczynski wieder auf dem ersten Platz der Mannschaftwertung.

Garanten dafür waren die Siege von Dennis Anderle, Rany Sadeeh und Pawel Mario, die ihre Gewichtsklassen dominierte und eindrucksvoll ihre Alpha-Ambitionen klarmachten.

Die folgenden Teams nahmen sich die Punkte ein wenig gegenseitig weg, so dass die Olympia Tabelle zwei Vizes und zwei dritte Plätze in der Mannschaftwertung auswies – der Trend aus dem letzten Jahr scheint sich fortzusetzen: Der IMAG Fuchs vorneweg mit gutem Vorsprung, die Meute hinterher, dicht aufgeschlossen. Der Academy Kämpfer Julius Hannig bekam den Preis für den besten Kämpfer zugesprochen – war selbst etwas überrascht ob seines doch im Finale verlorenen Kampfes – allerdings waren sich die Kampfrichter da einig: ausgezeichnete Kampf-Führung, sehr variabel und top fit auf den Punkt – das war das Blaue Band.

Warum zwei Teams aus der näheren Umgebung nicht da waren: Trigoon und Fenriz fehlten komplett und unentschuldigt, konnte leider noch nicht eruiert werden, Fakt ist, sie haben es verpasst, sich auf höchstem Niveau zu messen – schade. Andererseits zeichnet sich eine sehr positive Tendenz für Dresden ab: die Dichte der Grappling Teams dort steigt offensichtlich stetig und auch qualitativ brauchen sich die Sachsen nicht verstecken. Gut so. Vielleicht mag das ein Ansporn sein, doch mal etwas Eigenes zu versuchen – Hilfe wurde angeboten, Sprachschwierigkeiten überwunden, mal sehen, was die Zukunft da bringt. Berlin ist immer eine Reise wert, aber Dresden ist auch sehr schön! 

Zusammengefasst: cooles Event, hohes Niveau, ein nicht völlig überraschendes Ergebnis und ein Ausblick auf die Dinge, die hier im Kiez noch kommen werden – die Submissionals am 05. September bei Trigoon und der Fläming Cup in Luckenwalde im November.

Der Höhepunkt der Saison ist allerdings durch, und für den gibt es neidlose Anerkennung von allen Beteiligten.

 

 

Michael „Gonzo“ Behrendt

via GAMMA²

 

 

 

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