DAN Prüfungen in Ötlingen

 

 

Gerhard Hanemann ist am 30.06.2018 zur Prüfung zum 5. Dan im Jiu-Jitsu angetreten. Zur Ehre der TSG Ötlingen durfte die Jiu-Jitsu-Abteilung diese auch ausrichten, d.h. Hanemann konnte in seinem Heimat-Dojo antreten.

20180630 Alle Prüflinge

 

Zahlreiche Zuschauer säumten trotz 33 Grad Außentemperatur gespannt die Veranstaltung, aber erst einmal von vorne.

 

Zuerst traten noch Yvonne Hass und Adrian Wertz zur Prüfung zum 1. Kyu (Braungurt) im Hanbo-Jutsu an. Deren Prüfung vor zwei Wochen in Wiesenstieg im Rahmen eines Lehrgangs fiel aus Mangel an Teilnehmern aus und wurde spontan auch nach Ötlingen verlegt. Die beiden zeigten die hohe Kunst der Selbstverteidigung mit dem Hanbo (Halbstock). Beginnend mit einer Kata, gefolgt von den Grundtechniken und Demonstrationen über Fallschule bis hin zu ihren individuellen Selbstverteidigungstechniken bestanden sie ihre Prüfung mit Bravour.

 

Da Dan-Prüfungen nur an einigen Terminen im Jahr stattfinden, reisten drei Prüflinge zum 1. Dan vom TSV Süßen mit ihrem Trainer Sebastian Schnabl (2. Dan Jiu-Jitsu) an.

 

Laura Ros-Falkenstein, Lisanne Wölz und Jan Fischer demonstrierten die Yawara-No Kata und zeigten danach in beeindruckender Form ihr jeweiliges Dan-Prüfungsprogramm. Die drei sind schon von Kindesbeinen an auf der Matte und wurden damals noch von Richard Schmidt (Präsident WJJF Deutschland, 6. Dan Jiu-Jitsu, 3. Dan Bo-Jutsu) trainiert. Sie bereiteten sich insgesamt 2 Jahre auf diese Prüfung vor, mit ca. einem Dreivierteljahr intensivster Vorbereitung auf diesen Tag.

 

Zum Abschluss trat Gerhard Hanemann seine Prüfung an. Der Trainer, der 2014 zum Instructor der WJJF Deutschland ernannt wurde und sich 4 Jahre vorbereitet hatte, teilte seine Prüfung in fünf Abschnitte ein.

 

Zuerst zeigte er eine selbstkreierte Kata, der er den symbolträchtigen Namen „Yin und Yang“ gegeben hatte. Hierbei zeigte er mit seinen Partnern Walter Grether und Heiko Schmidtke (beide 3. Dan Jiu-Jitsu) Abwehren gegen Angriffe aller Art, wobei ein jeweils ein Angriff mit einer sanften Technik abgewehrt wurde und danach der gleiche Angriff so abgewehrt wurde, dass beim Angreifer eine Verletzung stattfinden könnte. Eine wundervolle Darbietung und in allen Punkten sehr stimmig.

 

Hanemann, der seine Prüfung auf den Schwerpunkt Hebeltechniken gelegt hatte, zeigte danach Abwehrtechniken durch eben diese. Hierbei wurde er von Yvonne Haas (1. Dan Jiu-Jitsu) und auch wieder Heiko Schmidtke und Walter Grether an den Handgelenken, am Revers und an den Haaren gezogen, von hinten und vorne umklammert und mit Füßen, Fäusten, Ketten, Flaschen und Messern traktiert. Hierbei demonstrierte er immer zuerst langsam und mit Erklärungen und danach schnell und brutaler für den Straßengebrauch.

 

Im dritten Teil wurden ihm die Augen verbunden und er wurde wieder von den drei Partnern angegriffen. Auch hier setzte er hauptsächlich auf Hebeltechniken. Danach gab es als Viertes eine Runde mit geöffneten Augen.

 

Der fünfte und letzte Abschnitt beinhaltete eine PowerPoint-Präsentation zum Thema Hebeltechniken und die daraus möglichen Verletzungen. Hierbei stand ihm der befreundete Chirurg Dr. Cerff mit Rat und Tat zur Seite und stellte ihm Videos zu Brüchen sowie Röntgenbilder zur Verfügung. Mit Nachdruck machte Hanemann deutlich, was bei Hebeltechniken alles passieren kann und dass dadurch ernsthafte Schäden beim Angreifer bis hin zur Lähmung entstehen können. Er appellierte daher an die Verhältnismäßigkeit, d.h. eine Abwehr muss zwingend immer im Verhältnis zur Schwere des Angriffs stehen.

 

 

Nach einer kurzen Beratungspause richteten die Prüfer Richard Schmidt, Rudi Strobel (5. Dan Jiu Jitsu, 1. Dan Bo-Jutsu) und Roland Herr (6. Dan Jiu-Jitsu) ihr Wort an alle Prüflinge.

Roland Herr und auch Rudi Strobel gaben ihnen wertvolle Tipps zur persönlichen Verbesserung und auch für den weiteren Weg als Trainer. Roland Herr, seines Zeichens Einsatz-Trainer bei der Polizei, zeigte sich positiv überrascht über die sehr gute Vorbereitung aller Prüflinge und war erfreut, dass bei allen die richtige Einstellung zu diesem Sport sichtbar und spürbar war. Rudi Strobel sprach allen ein großes Lob aus. Dem schloss sich Richard Schmidt an und betonte, wie wichtig es sei, die richtigen Leute in der Trainerriege zu haben. Er freute sich besonders über die Leistung von Gerhard Hanemann, mit dem ihn nun mittlerweile über den Kampfsport auch eine jahrzehntelange Freundschaft verbindet.

 

 

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Auch lobte er die Jiu-Jitsu-Abteilung der TSG Ötlingen für die tolle Organisation der Prüfung. Nicht unwesentlich trägt auch eine schöne Atmosphäre zu einer Prüfung bei. Vom Catering bis hin zur Dekoration der Halle fand er lobende Worte. Zum Abschluss wurden allen Prüflingen, die alle bestanden hatten, ihre Urkunden unter tosendem Applaus des Publikums überreicht.

 

 

 

Text: Anita Spieß

Bilder: Jennifer Graf-Herrmann

Bulletin WJJF/ WJJKO

 

 

 

 

 

Kreuzfahrt WJJF 2019

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